Wieder einmal hat mich Anja Moll auf einen sehr aktuellen Artikel hingewiesen: Schulen lehren falsch: Projektmanagement braucht Menschen. Einige der Aussagen treffen meiner Ansicht nach genau ins Schwarze: “Es spart Zeit, wenn alle Beteiligten in eine Entscheidung einbezogen werden. Wenn die Projektchefs alles im Alleingang entscheiden, entstehen für die anderen Mitarbeiter unnötige Wartezeiten”, “Auch die zahlreich angebotenen Managementtrainings und Projektmanagement-Schulen bringen Projektmanager nicht unbedingt auf den richtigen Kurs. Die meisten integrieren die menschliche Komponente erst nach und nach in ihren Unterricht. Der Schwerpunkt liegt häufig auf dem Aufgabenmanagement” und “So kommt es, dass der typische Projektmanager 80 Prozent seiner Arbeitszeit mit Aufgabenmanagement verbringt und nur 20 Prozent mit Beziehungsmanagement”.
Obwohl es offensichtlich ist, dass Projekte von der Kreativität, der Begeisterung und dem Einsatzwillen der Beteiligten leben, fällt es vielen Projektmanagern noch immer schwer, sich auf die Menschen im Projekt einzulassen. Ich erlebe immer wieder, dass hier das Vertrauen in die Fähigkeit der Teammitglieder fehlt, selbstgesteuert Lösungen für aktuelle Probleme zu finden. Stattdessen ziehen sich viele Projektmanager noch den Schuh des einsamen, heroischen Entscheiders an, der erst kommuniziert, wenn er selbst eine Lösung gefunden hat. Schade, denn so verpufft der Großteil des vorhandenen Potentials.


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