Wenn es in Ihrem Team einmal nicht rund läuft, stehen Sie damit garantiert nicht alleine da. Auf dem Weg zum leistungsstarken Team liegen regelmäßig Stolpersteine, die es aus dem Weg zu räumen oder zu umfahren gilt. Diese Stolpersteine manifestieren sich meist im Zusammenhang mit Phänomenen wie Machtverteilung, Normen und Werte, Zielsetzungen, Emotionen oder Wahrnehmung. In Gruppen von Menschen, die als Team zusammenarbeiten sollen, gehören sie zum Alltag. Wenn es gelingt, sie zu akzeptieren, lassen sie sich aktiv bearbeiten. Dann sorgen vermeintliche Stolpersteine sogar dafür, dass Entscheidungsprozesse in Gang kommen, versteckte Emotionen zu Tage treten oder neue Handlungsoptionen erscheinen. Vergangene Woche habe ich mich im Rahmen der PM-Schmiede wieder einmal damit beschäftigt, welche Hinweise Persönlichkeitstypologien zur Bearbeitung von Konflikten im Team geben können:
Zu welchem Zweck lassen sich Persönlichkeitstypologien einsetzen?
Persönlichkeitstypologien lassen sich sehr breit einsetzen. Einige Einsatzmöglichkeiten sind:
- Teamentwicklung
- Entwicklung des eigenen Führungsverhaltens
- Potentialanalyse
- Zusammenstellung von Teams
Bei der Teamentwicklung können Persönlichkeitstypologien dazu beitragen, sich selbst und seine Rolle im Team besser zu verstehen. Persönlichkeitstypologien funktionieren nur, wenn sie in einer sicheren und vertrauensvollen Atmosphäre eingesetzt werden. Ein möglicher Prozess zum Einsatz sieht wie folgt aus:
- Jedes Teammitglied beantwortet Fragen zu seinem Persönlichkeitsprofil und erhält eine individuelle Auswertung
- Die verschiedenen Persönlichkeitstypen der Persönlichkeitstypologie werden im Team vorgestellt
- Das Team diskutiert die Stärken und Schwächen der verschiedenen Persönlichkeitsprofile und macht sich damit vertraut
- Bei entsprechendem gegenseitigem Vertrauen werden die individuellen Auswertungen transparent gemacht
- Das Team bespricht aktuelle Situationen unter dem Blickwinkel der Persönlichkeitsprofile
Dieser Prozess fördert gegenseitiges Verständnis. Die Verwendung von Persönlichkeitstypologien gibt dem Team eine sprachliche Alternative, um Probleme besprechbar zu machen. Oft reicht das gemeinsame Wahrnehmen von Persönlichkeitsunterschieden schon aus, um Probleme aus der Welt zu schaffen. In der Regel ergeben sich damit neue Handlungsoptionen, wie zum Beispiel eine etwas andere Arbeitsverteilung oder eine bessere Wertschätzung für die Leistung der anderen.
Welche Persönlichkeitstypologien gibt es und wo finden Sie weitere Informationen dazu?
Die bekanntesten Persönlichkeitstypologien dürften MBTI und DISG sein. Darüber hinaus gibt es noch weitere, weniger bekannte Modelle:
- Myers-Briggs-Typenindikator MBTI (www.myersbriggs.org)
- DISG-Persönlichkeits-Profil (www.disg-workshop.de)
- INSIGHTS MDI (Management-Development-Instruments, www.insights.de)
- Belbin Teamrollen-Modell (www.belbin.com)
- Herrmann-Dominanz-Instrument (HDI, www.online-netzwerk-lernen.de)
- Team Management Systems (TMS) nach Margerison-McCann (www.tms-zentrum.de)
- LIFO-Methode (www.lifoproducts.de)
- Strength Deployment Inventory (SDI, us.personalstrengths.com)
- Business Enneagramm (BE, www.theenneagraminbusiness.com)
- TeamPuls (www.teampuls.de)
Zum Schluss
Die Erkenntnisse aus der Typologisierung sollten Sie nicht als alleinige Grundlage für die Auflösung von Konflikten verwenden. Den größten Nutzen bringen sie, wenn Sie sie als Diskussionsrahmen verstehen und einsetzen. Ich möchte auch darauf hinweisen, dass Menschen nicht “so” oder “so” sind, sondern sich in einem bestimmten Handlungskontext lediglich auf eine bestimmte Art und Weise verhalten.


Dein Kommentar