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Eine neue Qualität im Management?


Management, wie es in den vergangenen zwei Jahrhunderten gelehrt und praktiziert wurde, ist nicht mehr ausreichend, um die systemischen Probleme unserer heutigen Zeit zu bewältigen, so eine zentrale Aussage in Claus Otto Scharmers “Theorie U – Von der Zukunft her führen”. Oder, um es mit den Worten Albert Einsteins auszudrücken: “Kein Problem kann durch dasselbe Bewusstsein gelöst werden, das es geschaffen hat.”

ResizedImage120120-Theorie-UClaus Otto Scharmer stellt in seinem Buch ein Modell vor, dass Führung nicht mehr nur reaktiv, auf die Vergangenheit gerichtet versteht, sondern als einen lebendigen Prozess, der Zukunftschancen und Potentiale erschließen hilft.

Dabei beschreibt er vier Ebenen des Lernens und der Veränderung:

  • Ebene 1: Aktion, Reagieren. Handlung erfolgt als Reaktion. Sie basiert auf bestehender Erfahrung. Auf Mustern der Vergangenheit, Routinen, Gewohnheiten.
  • Ebene 2: Prozesse, Strukturen. Auf dieser Ebene werden etablierte Strukturen und Prozesse verändert. Diese Ebene ist in den vielen Restrukturierungs- und Re-Engineering Projekten zu finden.
  • Ebene 3: Denken, Annahmen. Veränderung auf dieser Ebene zielt darauf ab, auch die den Strukturen und Prozessen zugrunde liegenden Denkmuster zu hinterfragen und zu verändern (Reframing).
  • Ebene 4: Selbst, Wille. Manche Herausforderungen lassen sich nicht durch eine Reflexion der Vergangenheit beantworten. Sie sind zu vielfältig und zu dynamisch. Will man sie bewältigen, ist es notwendig, das “in der Situation verborgene Zukunftspotential wahrzunehmen”.

Scharmer nennt diesen Prozess, von einer im Entstehen begriffenen Zukunft aus zu lernen, “Presencing”. Presencing ist die Fähigkeit, einzelner Menschen oder Gruppen, sich direkt mit ihren zukünftigen Möglichkeiten zu verbinden und von dort aus zu handeln.

Ich glaube, dass wir mit den vorgestellten Denkmodellen und Führungsmethoden nicht alle Probleme lösen werden, wie es Scharmer in seinem Buch anzudeuten scheint. Wir können jedoch einige Voraussetzungen schaffen, um neuen Problemen nicht mit alten Mustern, sondern auf wirklich neue Art zu begegnen. Führung erhält dadurch eine neue Qualität:

  1. Problemlösen wird ein gemeinsames, soziales Handeln und Konstruieren einer gemeinsamen Zukunft
  2. Das Loslassen von Mustern, die ausgedient haben, lässt Raum für Neues entstehen
  3. Es entsteht Mut, Neues auszuprobieren, zu experimentieren, Fehler als Chance zur Verbesserung zu begreifen

Sehen Sie hier eine Einführungspräsentation von Erica Lang zur Theorie U:

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von Jürgen Rohr · in Allgemein · Kommentare (0)
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