Diesen Beitrag beginne ich mit einer Geschichte: Der CIO eines Unternehmens möchte seine IT-Landschaft um zusätzliche Komponenten erweitern. Sein Ziel ist die weitestgehende Automatisierung der Geschäftsprozesse. Ihn beschäftigt vor allem die technische Machbarkeit. Das Projekt wird gestartet. Die betroffenen Fachabteilungen erarbeiten gemeinsam mit externen Beratern und den Systemlieferanten eine IT-Spezifikation. Diese ist methodisch schlüssig aufgebaut: Von den Geschäftsprozessen über die Anwendungsfälle bis hin zu den IT-Schnittstellen ist alles enthalten, um das weitere Vorgehen detailliert zu planen. Das Projekt geht in die Entwicklungsphase. Eines Tages jedoch geschieht das Unerklärliche: Das Projektbudget wird durch den CEO ohne Nennung von Gründen gestrichen. Das Projekt ist von einem Tag auf den anderen gestoppt. Offensichtlich sah der CEO keinen wirtschaftlichen Nutzen für die IT-Investition.
Wenn Ihnen etwas ähnliches – nicht unbedingt in dieser Extremform – bereits widerfahren ist, könnte Sie das Thema Auftragsklärung interessieren. In einem früheren Beitrag hatte ich bereits auf die Herausforderungen bei der IT-Spezifikation hingewiesen: Hoher Grad an Abstraktion, Subjektivität der Wahrnehmung, unterschiedliche Sprachen der Beteiligten, der gleichzeitige Wunsch nach Planbarkeit und Flexibilität sowie die geringe Verfügbarkeit der Fachexperten machen es nicht leicht, eine für alle Beteiligten passende IT-Spezifikation zu erstellen. Welchen Stellenwert hierfür eine saubere Auftragsklärung hat, möchte ich in diesem Beitrag darstellen. weiterlesen


